Das durch die Stadt Greifswald beauftragte und durch das „Baltic Energy Forum“ erarbeitete Konzept „Greifswald maritim, Null CO2“ fordert die „Klimaneutralität“ des Schiffsverkehrs in Greifswald bis 2030. Ein zentraler Punkt zum Erreichen dieses Ziels soll die schnelle und großflächige Umstellung der Antriebe Greifswalder Yachten, Boote und Schiffe vom herkömmlichen Schiffsdiesel auf alternative Antriebsformen wie Wasserstoff, Ammoniak oder synthetischen Biodiesel sein. Die CDU-Bürgerschaftsfraktion Greifswald lehnt eine solche Umstellung sowohl aus praktischen wie grundsätzlichen Erwägungen ab.

„Ich wundere mich über das vorliegende Konzept. Als eines der Handlungsfelder zur „Klimaneutralität“ benennt das Konzept Yachten, Boote und Schiffe in Greifswald und behauptet „bei Booten, Yachten und Traditionsschiffen erscheint die Umstellung auf Elektrizität oder alternative Kraftstoffe in relativ kurzer Zeit möglich“ (S. 84). Dies widerspricht allen mir bekannten Aussagen von Experten aus dem maritimen Bereich. Die benannten Alternativen Wasserstoff und Ammoniak bringen erhebliche Probleme hinsichtlich sicherer Lagerung, notwendiger Kühlung und Giftigkeit mit sich. Synthetische Biokraftstoffe verbrauchen für ihre Produktion erheblich mehr Energie als sie als Treibstoff leisten und sind daher keine vernünftige Alternative. Hinzu kommt, dass Schiffe dann außerhalb Greifswalds erhebliche Probleme hätten sich überhaupt mit bspw. Wasserstoff zu versorgen“, erläutert der CDU-Fraktionsvorsitzende Axel Hochschild.

„Auch aus grundsätzlichen Überlegungen ist das Konzept zumindest kritisch zu hinterfragen. Aufgrund nicht wirklich nachvollziehbarer Berechnungen wird der Umstellung aller Greifswalder Yachten und Boote weg vom Dieselantrieb ein erhebliches CO2-Einsparpotential zugeschrieben (S. 57) – gleichzeitig heißt es aber im Konzept auch „Die weitaus meisten Boote und Yachten in Greifswald sind Segelboote und Segelyachten. Sie stehen beispielhaft für Klimaschutz“ (S. 48). Die möglichst schnelle und flächendeckende Umstellung von Schiffsantrieben scheint mir daher reine Symbolpolitik zu sein, vergleichbar dem Verbot von Plastikstrohhalmen um das Problem von Plastik in den Weltmeeren zu lösen“, verdeutlicht Axel Hochschild.

„Die CDU-Fraktion befindet sich zu dieser Thematik im Austausch mit Greifswalder Segelvereinen und Bootsbesitzern, die sich von dem Konzept überfahren fühlen. Wir haben daher eine kleine Anfrage an die Verwaltung gestellt, ob es zum Konzept eine Bürgerbeteiligung gab bzw. diese überhaupt geplant ist. Im Klimaausschuss wurde das Konzept zwar im November 2020 einmal durch das „Baltic Energy Forum“ vorgestellt; nach meinem Kenntnisstand hat es der grüne Ausschussvorsitzende Jörg König jedoch versäumt, Greifswalder Segelvereine oder Bootsbesitzer zu dieser Sitzung einzuladen, die über die tatsächliche Umsetzbarkeit des Konzeptes kundig Auskunft hätten geben können. Die CDU-Fraktion jedenfalls wird vor der Umsetzung weiterer Maßnahmen des Konzeptes auf eine entsprechende Beteiligung der Betroffenen drängen“, so Axel Hochschild abschließend.

Von | 2021-06-18T10:19:49+02:00 Juni 18th, 2021|Fraktion|0 Kommentare

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