Die derzeitig grassierende Corona-Pandemie hat insbesondere Auswirkungen auf diejenigen Unternehmen und Unternehmer, die als Einzelhändler, selbständige Handwerker und Betreiber von kleineren Unternehmen gleichsam das „Rückgrat“ der Greifswalder Wirtschaft bilden.

„Es sind Unternehmer, die täglich unter Inkaufnahme hoher persönlicher finanzieller und wirtschaftlicher Risiken die Versorgung der Greifswalder sicherstellen, zukunftssichere Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen und im Rahmen der täglichen Wertschöpfungsprozesse und des damit verbundenen Gewerbesteueraufkommens einen zuverlässigen und regelmäßigen Beitrag zur finanziellen Handlungsfähigkeit unserer Stadt leisten. Da die gegenwärtig greifenden Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie massive Konsequenzen für die Zielgruppen haben und die staatlich angekündigten Unterstützungsmaßnahmen naturgemäß nicht sofort greifen  – während Miet- und Nebenkosten unabhängig von sofort spürbaren Umsatz- und Ertragsausfällen weiterhin zu leisten sind – muss jetzt schnell, sofort und wirksame Unterstützung durch die Stadt erfolgen“, fordert der CDU-Fraktionsvorsitzende Axel Hochschild.

„In der Greifswalder Innenstadt haben wir derzeit 146 Einzelhandelsgeschäfte unterschiedlicher Art, 8 Hotels und 27 Bars und Restaurants sowie 35 Cafés Bäcker und Bistros. Dabei sind noch gar nicht mit inbegriffen Banken, Friseure und sonstige Dienstleister (Beauty, Wellness usw.). Personell sind dies nach unserer Schätzung ca. 1000 Angestellte und Inhaber. Viele dieser Unternehmen sind akut in ihrer Existenz bedroht und benötigen dringend Unterstützung. Wir als Verein verzichten für 2020 auf unsere Mitgliedsbeiträge. Wir fordern, dass auch die IHK Neubrandenburg diesem Beispiel folgt. Über die Stadtmarketinggesellschaft erhalten wir in diesem Jahr 10.000€ für unsere Werbeaktion zur Stärkung des regionalen Handels. Auch hier wäre eine direkte Beteiligung der Stadt sehr wünschenswert“, ergänzt der VGI-Vorsitzende Frank Embach.

„Ein Sofortprogramm ist insbesondere auch deshalb machbar und gerechtfertigt, da die Universitäts- und Hansestadt Greifswald derzeit finanziell recht solide dasteht und diese relativ gute Position nicht zuletzt auch auf die Gewerbesteueraufkommen der letzten Jahre zurückzuführen ist. Nun gilt es, der heimischen Wirtschaft etwas zurückzugeben und den Unternehmen in der Krise beizustehen und zwar schnell und unbürokratisch. Wenn wir erst in leere Schaufenster in der Greifswalder „Shopping-Mall“ blicken müssen, ist es vermutlich zu spät“, sagt Axel Hochschild abschließend.

Das durch CDU und VGI geforderte Sofortprogramm beinhaltet:

  1. Die Einrichtung eines Sofortfonds in Höhe von 1.000.000€ zur schnellen einmaligen Auszahlung an betroffene Unternehmen ohne tiefgehende und langwierige Einzelfallprüfung. Die tatsächliche Auszahlungssumme soll sich an der Betriebsgröße orientieren, bspw. 1000€ für Soloselbstständige, 2000€ für Gewerbetreibende mit bis zu 2 Beschäftigten (inklusive Auszubildenden), 3000€ für Gewerbetreibende ab 3 Beschäftigte.
  2. Die Aussetzung bzw. Stundung der Mietzahlungen bei solchen Ladenlokalen und Geschäftsräumen, die bei der Stadt bzw. städtischen Unternehmen angemietet sind.
  3. Die sofortige Stundung der Gewerbesteuerzahlungen für die o.a. Zielgruppe.
  4. Die Prüfung, welche Maßnahmen im öffentlichen Bau- und Sanierungsbereich sofort vorgezogen werden können (bspw. in Schulen, Kitas etc., die derzeit ohnehin leer stehen bzw. nicht genutzt werden können und dürfen), dabei müssen bis auf Weiteres vorrangig einheimische Anbieter bzw. Handwerksfirmen berücksichtigt und entsprechende Angebote von den einheimischen Handwerksbetrieben eingeholt werden.
  5. Die Einrichtung einer Stabsstelle in der Stadtverwaltung als direkter Ansprechpartner für Notfälle und zur Unterstützung bei der Antragstellung für in Aussicht gestellte Unterstützungszahlungen der Bundesregierung. Hier ist in erster Linie das Amt für Wirtschaft gefordert.
Von | 2020-03-27T10:05:16+00:00 März 23rd, 2020|Fraktion|0 Kommentare

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